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Indogermanen oder Indoeuropäer?

von J. M.

Die Diskurshegemonie in den Geisteswissenschaften ist der Nährboden linker Identitätspolitik. Besonders wichtig ist dafür dessen Kultivierung in der Indogermanistik, denn könnte sich das Fach frei entwickeln, würde es sämtliche Ideologeme historisch widerlegen. Zeit also, das Feld nicht dem Gegner zu überlassen.


Indogermanen – Indoeuropäer: schon die Benennung des Fachgebiets zeugt von der Politisierung. Beide Begriffe meinen dasselbe, der erste aber gilt als unangenehm und daher veraltet. Sie meinen eine Sprachfamilie und, da Träger der Sprache nur der Mensch sein kann, auch ihre Sprecher. Uns. Der Name gibt an, wo der Verbreitungsraum der Sprachfamilie liegt, Indien bis Europa. Die alten Römer zählten genauso dazu wie die Griechen, Germanen, Kelten, Perser, Slawen und Inder. Seit der Entdeckung dieses gemeinsamen Ursprungs 1786 hat schon beinah jedes Volk die Urheimat der Indoeuropäer bei sich verortet. Politisch wäre das auch zu schön, eine verlässliche Antwort wurde aber noch nicht gefunden. Was aber gefunden wurde, das ist die Ursprache, das Proto-Indoeuropäische. Die weltweit bedeutendsten Sprachen haben sich allesamt aus ihr entwickelt, Deutsch, Latein, Griechisch, Englisch, Französisch oder Sanskrit. Sie alle weisen Ähnlichkeiten auf und da sich Sprache anhand von Lautgesetzen verändert, konnte das Proto-Indoeuropäische rekonstruiert werden. Ein Beispiel. Deutsch „Mutter“, Latein „mater“, wird auf Altgriechisch „mḗtēr“ ausgesprochen, auf Altindisch „mātár-, Altisländisch „móðir“; daraus konnte die Urform „*meh₂tér-“ zurückverfolgt werden. Über 1.500 Worte konnten so bereits rekonstruiert werden, teilweise wurden diese dann auch durch archäologische Funde in ihrer Richtigkeit bestätigt. Wörter für Dinge aus Afrika oder dem Mittelmeerraum wie Elefant oder Olive stammen jedoch nicht ursprünglich aus dieser großen Sprachfamilie. Heute wird die Herkunft des Volkes in der eurasischen Steppe vermutet, nördlich vom Schwarzen Meer, dem Kaukasus und dem Kaspischen Meer.


Das Spannende an der Indogermanistik: Worte gibt es für die Dinge, die man kennt. Wenn es also ein Wort für „Rad“ gab, dann hatten die Indogermanen vor 5.000 Jahre auch eben dieses. Und wenn damals etwas, wie beispielsweise der Ackerbau, erfunden wurde, und weltweit dafür das Wort dafür aus dem Proto-Indoeuropäischen stammt, dann waren diese unsere Vorfahren auch die Erfinder desselben. Durch diese Vorgehensweise lässt sich viel über ihre Kultur herausfinden. So war das Volk wahrscheinlich in Bauern, Krieger und Priester gegliedert, domestizierte Tiere, kannte aber noch keine Schrift. Ein Erbe aus dieser Zeit, dass sich sowohl im Havamal in der Edda sowie in den Mythen der klassischen Antike finden lässt, ist etwa die besondere Stellung des Gastrechts. Wenn es für kulturelle Eigenschaften, wie beispielsweise den „poetischen Ruhm“ damals feststehende Ausdrücke gab, kann man daraus schließen, dass das für unsere Vorfahren von Bedeutung war. Denn Sprache drückt, so wie bei heutigen Bemühungen im Bereich der Metapolitik, immer auch eine Weltanschauung aus.


Doch der Dozent argumentiert nicht nur linguistisch, sondern auch philologisch. Elemente von Sagen und Mythen indoeuropäischer Kulturen decken sich häufig, woraus sich weitere Motive der Urkultur ableiten lassen. Feine Unterschiede zwischen den überlieferten Erzählungen gibt es dennoch, sie bilden den heutigen Pluralismus der Ethnien und deren Kulturen. Durch die relative Verwandtschaft indoeuropäischer Sprachen ist es weiterhin möglich, eine Art Stammbaum der Sprachherkunft zu bilden. Durch archäologische Zuhilfenahme kann dieser überprüft und oft auch bestätigt werden. So werden die indoeuropäischen Sprachen anhand ihres Wortes für „hundert“ in Kentum- und Satemsprachen unterteilt. Wie im lateinischen „centum“ zählen die heutigen europäischen Sprachen zu den Kentumsprachen, die baltischen und slawischen Sprachen aber zu den Satemsprachen. Die ursprüngliche Gruppe der Indogermanen muss sich also irgendwann einmal (die Datierung allein anhand der Sprache ist nicht ausreichend genau, um zu sagen, wann) in zwei Gruppen aufgeteilt haben. Die eine zog nach Europa, die andere, die Baltoslawen blieben im Osten, zogen bis nach Indien, denn auch das altindische Sanskrit ist mit „shatam“ eine Satemsprache.


Es gab also einen Völkerstamm, der erfolgreich Eurasien besiedelte und in der jüngeren Geschichte die ganze Welt. Mit anderen Völkern wurde sich entweder vermischt, oder sie wurden verdrängt. Die Rigveda der Inder erzählt von so einer Eroberung. Wenn heute gesagt wird, Migration und Vermischung gäbe es schon ewig, dann ist das zunächst richtig. Betont werden muss aber dazu, dass die Zuwanderungen nie friedlich oder harmonisch abliefen, stets haben sich die autochthonen Völker gewehrt. Wenn von Vermischung die Rede ist, impliziert das also immer, dass ein Volk nicht stark genug war sich zu wehren und unterging, sich in einem neuen auflöste.


Gegen Unis, an denen politisch korrekt von Völkern keine Rede ist, liegt der Veranstaltung an der GegenUni die These zugrunde, dass die „indoeuropäische Sprechergemeinschaft sich mit einer Population bzw. ethnischen Gruppe mit einer bestimmten materiellen und immateriellen Kultur deckt.“ Diese zu untersuchen, wird für alle eingeschriebenen GegenUni-Studenten in sieben Videos und drei interaktiven live-Veranstaltungen interdisziplinär die Linguistik, die Philologie, die Archäologie und die Biologie herangezogen.

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